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Büdchen

auch Bud/Bude Trinkhalle, Kiosk; im Rheinland unverzichtbar für den Nachbarschaftseinkauf: Am Büdchen krichse alles. Geh ma ane Bude und hol ma noch ne Flasche Bier. Dat macht nix, wenne dat vergessen has, dat kriegen wir auch ane Bud. Im Bergischen Land unterscheidet man zwischen einer begehbaren Bude und einem Klingelbüdchen: Ein Klingelbüdchen hat ein geschlossenes Verkaufsfenster. Darunter befindet sich eine Schelle. Wenn man schellt, öffnet der Verkäufer das Fenster und man kann sich was Schönes kaufen. Diese Art Büdchen ist also nicht begehbar und normalerweise geschlossen.
Auch in Frittenbude oder Pommesbude verbreitet. Die Bude kann aber auch ganz allgemein für die Wohnung stehen: Hier is aber dicke Luft inne Bude. Bei denen siehdet vielleicht aus inne Bude! Ich hab ne neue Bude, komm mich do ma besuchen. Der wohnt in soner kleinen Studentenbude. Die ham auf der Bude später noch weiter gefeiert. Patex-Bude Stamm-Trinkhalle, in der man immer kleben bleibt, wenn man zufällig vorbei kommt und unbedingt nen Kaffee oder ein Bier trinken muss (im Kölner Süden). Außerdem kann man im Handball und Fußball auch die Bude voll bekommen, das heißt viele Tore kassieren. Am Sonntag haun wir denen die Bude voll! Ne Bude machen ist dann entsprechend "ein Tor schießen". Ein Büdchen kann auch eine von Kindern aus irgendwelchen Materialien zusammengebastelte Hütte zum Spielen sein.
Früher im Ruhrgebiet: winzige Geschäfte, die Sondergenehmigungen für die Öffnung außerhalb der normalen Geschäftszeiten hatten. Hintergrund: die Bergleute hatten Wechselschicht und kamen zu unregelmäßigen Zeiten nach Hause und brauchten dann manchmal Lebensmittel, Zeitungen pp. Das gab es nur im Ruhrgebiet. Ursprünglich amtliche Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung: es mußte aus einem Erdgeschoßfenster heraus verkauft werden.

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Bearbeiter: Peter Honnen, Dr. Christian Füllers (Gevelsberg), Marko Jansen (Köln), Claudia Böhmer (Mechernich), Karin Geißler (Essen-Rüttenscheid)

Kommentare

11.12.2009, 23:25 Uhr
gudrun
velbert-langenberg
sturmfreie Bude - die hatte man, wenn die Eltern abends mal weggingen.

16.02.2009, 11:47 Uhr
Claudia Böhmer
Mechernich
"Büdchen" bauen war Standard... Ob auf dem Baum, ob im Garten - egal, wo... JEDER hatte Anteil am Büdchenbau...Alles írgendwie verwendbare wurde zusammengetragen und verwertet - wir hatten häßliche Gardinen und fürchterlich stinkende alte Teppiche... Aber besser, als nix... Büdchen bauen war schön... :-)


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