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ballern

ist ein vielseitig einsetzbares Verb: Der hat den Ball zehn Meter über dat Tor geballert. (einen Ball fest schießen) Gleich baller ich dir eine, pass bloß auf! Der kricht gleich einen geballert, wenn der so weiter macht. Pass ma auf. (jemanden schlagen) Danach ham wer uns orntlich einen geballert. (heftig trinken,saufen) Der hat wild um sich geballert. (mit einer Waffe schießen) Geballer Dat war nur ein Geballer auf ein Tor. Ballerei Hört endlich mit der elenden Ballerei auf. Ballermann Schusswaffe Der hat en echten Ballermann zu Hause inne Schublade. Der Ballermann (in diesem Fall eine Verballhornung aus Balneario, einer berüchtigten Amüsiermeile in Areal auf Mallorca, unter Einfluss von ballern saufen) ist heute auch zum Synonym für eine ordinäre Kneipe geworden, die vornehmlich zum Zweck des Saufens bis zur Besinnungslosigkeit aufgesucht wird: Dat is ja wie im Ballermann hier!
Im Ruhrgebiet glaubt man - der Geschichte als Schmelztiegel entsprechend - an die polnische Herkunft des Wortes, schließlich bedeutet balowac im Polnischen soviel wie "alkoholisches Vergnügen, Tanzabend". So schön diese Ableitung auch ist, so unwahrscheinlich ist sie auch. Schließlich gründet dieser Ableitungsversuch auf einer isolierten Bedeutungsvariante von ballern, nämlich heftig saufen, sich betrinken, und ignoriert dabei den deutlich umfangreicheren Bedeutungshorizont. Das Wort hat wohl eher einen mundartlichen Hintergrund, schon im Mittelniederdeutschen kennt man balderen als "lärmen, knallen" (vgl. auch in schwedischen Mundarten ballra "lärmen").

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Bearbeiter: P.Honnen

Literatur: Fellsches, Küpper, Duden, Wahrig

Kommentare

05.02.2007, 09:49 Uhr
Erika Magar
Duisburg
Bammel - Angst "Ich habe einen Bammel vor der Prüfung"

05.02.2007, 09:49 Uhr
Erika Magar
Duisburg
Bammel - Angst "Ich habe einen Bammel vor der Prüfung"


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