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Wort des Monats

schwanen

scheint, zugegeben, kein besonders "rheinisches" Wort zu sein. Mir schwant Übles oder Mir schwant, dat da noch wat nachkommt, kann man so oder ähnlich in allen deutschen Sprachlandschaften hören. Von daher ist an dem umgangssprachlichen Wort nichts Besonderes.

Was es dennoch für das Rheinische Mitmachwörterbuch interessant macht, ist seine Wortgeschichte. Im Rheinland glaubt man nämlich, schwanen hätte etwas mit dem Artusritter Lohengrin und seiner Gemahlin Elsa von Brabant zu tun. Als diese damals von ihrer Schwanenburg (die natürlich noch nicht so hieß) in Kleve den Schwan ein zweites Mal erblickte, schwante ihr, dass sich nun ein Unheil ankündigte und es mit ihrer schönen Zeit an der Seite des stattlichen Ritters vorbei war. Damit wäre schwanen also doch ein urrheinisches Wort.

Schwanenburg in Kleve

Es ist zwar schade, aber diese Legende ist viel zu schön, um wahr zu sein. Dennoch, und das mag Rheinländer trösten, ist die Wortgeschichte auch so interessant genug. Das Wort ist im 16. Jahrhundert zuerst im mittelniederdeutschen Raum aufgekommen, zu einer Zeit also, als das Lateinische noch überall die Sprache der Wissenschaft und Kirche war. Und so nimmt man heute an, dass schwanen eine scherzhafte Übersetzung (also so etwas wie ein Studentenulk) der lateinischen Wendung "olet mihi" (es ahnt mir, eigentlich: ich kann es riechen) ist, die einfach mit lateinisch "olor" (Schwan) verknüpft wurde. So konnte aus "es ahnt mir" eben es schwant mir werden. Auch wenn nicht als Lohengrins Gefährte, so spielt der Schwan doch eine wichtige Rolle in dieser Geschichte.   

Das Bild wurde unter GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht; Quelle: Wikipedia

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